„Freiheit Macht Gefühle“: Rückblick auf die erste Erkundung

Die Möglichkeiten zu entscheiden, wer man sein will und wie man leben möchte, haben für viele Personen zugenommen. Individualisierung und Selbstverantwortung sind gängige Begriffe geworden. In dieser Debatte rückt das soziale Moment, die Angewiesenheit und Rückbezogenheit auf andere in den Hintergrund.

Unter dem Titel „Freiheit Macht Gefühle – zur Gestaltung öffentlicher Räume in einer pluralen Gesellschaft“ sind wir bereits im November 2017 in Begegnung und Auseinandersetzung gegangen. Ausgangspunkt war die Frage der Freiheit als soziales Geschehen in Gruppen, Organisationen wie auch bei der Gestaltung öffentlicher Räume. Der Anstoß für die Gespräche war ein Text von Heinz Bude, der sich mit der Frage „Was für eine Gesellschaft wäre eine ‚inklusive Gesellschaft’?“ beschäftigt und zum Weiterdenken anstiftete.

Dokumentiert und erkundet:

FREIHEIT

  • Freiheit für oder von etwas?
  • Welche Räume machen wen wie frei?
  • Ist „frei“ = „ziellos“?
  • Freiheit ist Ziellosigkeit.

SOLIDARITÄT

  • Solidarität = Wert + Praxis
  • Solidarität neu üben.
  • Solidarität wurde vielfach institutionalisiert und daher vielfach hohl. Wofür hat sich die Gesellschaft von solidarischen Aktivitäten (zeitlich) befreit? (Für’s Shoppen – Neoliberalismus) >> Die Gesellschaft hat frei.
  • Solidarische Praxis braucht demütige Haltung.

INKLUSION

  • Würde Inklusion bedeuten „langsamer“ zu werden? Wollen wir das?

HALTUNG UND HANDLUNG

  • Ohne euch Männer wird das nix. Ohne euch Frauen wird das auch nix.
  • Sich aus dem „Autopilot“ des Gehirns befreien
  • Zuhören und aufnehmen/verarbeiten können – nicht immer zeigen müssen
  • Patentmensch sollte eine Perchte werden!
  • Lass dich im Zug ansprechen! Die Revolution kommt bald!
  • Sichtbar werden, Standpunkte einnehmen
  • Demut ist Sein.
  • Konflikt braucht Halt.
  • Mut, miteinander zu reden und offen zu sein.
  • Bündnisse eingehen, Kraft entwickeln.
  • Haltung zeigen.
  • Wertschätzung bedeutet Entwertung zu benennen. (C. Edding)
  • Lust an Kontroverse.
  • Um im öffentlichen Raum Stimme zu erheben, sind „Vor-räume“ (3. Raum) wesentlich.
  • „Dynamik“
  • Etwas in Bewegung kommen lassen.
  • Independenz/Interdependenz
  • Love yourself an be awak, today, tomorrow, always… (The saying of Buddha) – drum macht er’s auch.

Notizen der Erkundung:

  • Wenn mehr Konflikte gelebt werden, auftreten, dann wird Integration erst gelebt. Unsere Gepflogenheiten, unsere Werte?
  • Definitionen im Text:  Integration = die Regel, Inklusive = das Normative, Solidarität = ein dynamisches Konzept.
  • Mit welchen Gepflogenheiten agieren wir, wenn jemand anderer Meinung ist? (Sind wir zu tolerant?)
  • Es geht darum die Konfliktgestaltung zu lernen. Wie gestalten wir den öffentlichen Raum?
  • Sich nicht abwenden von der scheinbar gut gemeinten Umarmung: Entwertungen benennen, Zivilcourage zeigen.
  • Diskriminierungsrefahrungen öffentlich machen können. Rassendiskriminierung steigt  wieder. Antisemitismus. Es besteht ein nebeneinander. “Jemand, der für den Nigerianer spricht.“ Welche Rollen braucht es für das Aufzeigen und Einüben der Solidarität?
  • Frei von – frei zu – frei für?
  • Angst vor Deklaration
  • Das Thema Freiheit – Macht – Gefühle beinhaltet eine Triangulation. Unter dem Deckmantel der Freiheit werden alte Retrokonzepte des Autoritären verkauft. Ist das zu tolerieren?
  • Im Text: Regel – Integration : Normativ – Inklusive : Solidarität – ein dynamisches Konzept
  • Mit welchen Gepflogenheiten agieren wir, wenn jemand anderer Meinung ist?
  • Wie gestaltet man den öffentlichen Raum ohne alles seiner/ihrer Privatheit preiszugeben?
  • Solidarität benötigt Konfliktgestaltung und Für-Sprache, Aufzeigen und Anzeigen
  • Independence und Interdependenz: das steht doch in einem Zusammenhang!
  • Gefühle, die im Diskurs aufgetaucht sind (Plenum): Angst, Einsamkeit, Wut, Ohnmacht
  • Wie übt man Solidarität ein?
  • Es geht auch um die Freiheit, wie man sich in ungewissen Zeiten neu erfinden und in bestehenden Abhängigkeiten agieren kann. Die Gefahr des Double-Bind: Sei frei und mach es mir recht – wird sich nicht ausgehen.
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Über thomas kreiml

Soziologe und Gewerkschafter in der GPA-djp Bildungsabteilung | Arbeitsbereiche: Gewerkschaftliche Bildungsarbeit, Bildungspolitik, Netzpolitik (Internet/Social Media) | about.me/kreimlink
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