Freiheit und (In)Toleranz: Dokumentation unserer Erkundung

Wenn Freiheit etwas ist, das wir wie selbstverständlich für uns in Anspruch nehmen, können wir angesichts aktueller Debatten nicht an der Frage vorbei, wer diesen Freiheitsraum ermöglicht und wodurch dieser gewährleistet wird; und vor allem, wie wir ihn bewahren.

Freiheit braucht (In)Toleranz!?

„Die wichtigste Lehre aus der Geschichte der Toleranz ist die, dass ohne solche Normen, die sich auf konfliktreichem Wege herausgebildet haben, ein faires Zusammenleben nicht möglich ist. Die entsprechenden Grundprinzipien, zu denen die Menschenrechte zählen, ‚gehören‘ somit keiner Religion oder Kultur; sie sind vielmehr die moralische Errungenschaft, die aus dem Streit derselben hervorgegangen ist. Dies ist die entscheidende reflexive Lehre für alle Beteiligten.“ (Forst, Rainer: Toleranz. In: Kirloskar-Steinbach, Monika / Dharampal-Frick, Gita / Friele, Minou [Hrsg.]: Die Interkulturalitätsdebatte – Leit- und Streitbegriffe. Freiburg, München 2012: Karl Alber, Seite 231-235, Seite 234.)

Toleranz ist immer im Fluss

Intoleranz stiftet zur Bewegung & Veränderung an

Toleranz braucht Wissen

Erinnert euch, dann entstehen auch Visionen

 

 

 

 

Toleranz ist ein subjektiver Prozess

…braucht Mut; … ist unbequem

(In)Toleranz… Es ist eine Expedition, mitzubringen: langer Atem + Training

 

 

 

 

 

In Kontakt treten; gesunde Intoleranz

das entscheidet jeder für sich

Toleranz zugleich als Prämisse für Kontakt und als Ergebnis von Dissens & Auseinandersetzung

Ich bin: Tolerierende, Tolerierte und Intolerierte zugleich

 

 

 

 

erinnern, erzählen, ausverhandeln

Sind Menschenrechte, Demokratie unsere „Hausordnung“ oder ist es der Markt

Wer verhandelt die „Hausordnung“ in einem Staat?

Toleranz =/= is ma wurscht

Bin ich nur von Tolerierenden umgeben?

 

 

 

Erweiterte Notizsammlung:

  • Die Toleranz wird geringer, das schränkt Freiheiten ein. Wie entstehen die Einschränkungen?
  • Freiheit ist kein statischer Begriff. Der Begriff ist mit Angst und der Angst vor Machtverlust verbunden.
  • Ich bin so frei – man muss sich halt zusammenreden, ob das jemand will.
  • Können wir uns eine Gesellschaft mit Freiheit vorstellen, wie steigen wir aus der Trance aus? Wo ist hier die Sendepause (wo beginnt die Intoleranz) und wie beginnen wir dann zu reden, anstatt zu schweigen?
  • Respekt-Konzeption: Was wirkt auf das Feld der Aushandlung? Die Kraft von außen ist „Autoritäres“, „Angst“, was passiert, wenn ich nicht mitspiele?
  • Die Form der Macht aktuell ist doch häufig „Gehorsam und Konformität“, die durch Leistungserbringung unterstrichen wird.
  • Die geborgte Freiheit? Manche meinen, früher war es besser. Stimmt das?
  • Schöner Text: so dass die Ablehnung ein Teil der gemeinsamen Freiheit ist, aber nicht so stark, dass daraus eine Zurückweisung begründet wird.
  • Wir sind alle trainiert auf Vermeidung, wenn Zurückweisung anstehen würde. Das verhindert eine Wertediskussion und Konkretisierung: Was meine ich mit Freiheit? Was ist eine Freiheit, die sich auf dem Wir gründet?
  • Ich bin zu selten in der Position für meine Werte einzutreten und mich zu zeigen.
  • „Frei-Sein“, da denken wir gleich an „raus aus dem Häfn“. Wahlfreiheit ist keine Freiheit.
  • Wo befinde mich mich am „Verschubbahnhof“: auf der Seite der Mehrheit oder der Minderheit?
  • Wie auf einer Linie, an deren Enden sich Ablehnung und Zurückweisung befindet. In der Ablehnung: es ist falsch was die denken, trotzdem gibt es Respekt und Toleranz. Bei der Zurückweisung: das ist unvernünftig und unmoralisch, es wird eine vertikale Setzung notwendig, die die Wahlfreiheit garantiert und Intoleranz verdeutlicht.
  • Die Aufrechterhaltung von Toleranz braucht Regeln und einen festen Rahmen, damit Freiheit garantiert wird.
  • Die Freiheit ermöglicht Übergriffe und Übertretung von Grenzen. Wenn darüber geredet werden kann, ein Diskurs geführt wird, dann besteht die Möglichkeit darüber einen gemeinsamen Freiraum zu erstellen.
  • Grundlage der Freiheit ist ein Regelwerk. Eine Hausordnung.
  • Fokus: Freiheit zu… oder Freiheit von…?
  • Gott sei Dank haben wir einen funktionierenden Verfassungsgerichtshof.
  • Meine Meinung hat derzeit keine Mehrheit, wie tolerant bin ich gegenüber der Meinung anderer? Ich sollte mich in Ablehnung üben.
  • Die individuelle Freiheit: erfordert eine Norm? Ich bin anders? Das will ich nicht als Norm!
  • Je weniger Möglichkeiten, desto geringer die Freiheit!
  • Freiheit braucht Regeln und Gesetze. Das ist recht und schön!
  • Freiheit braucht Aushandlungsräume: Wie stehe ich zum Gesetz?
  • Toleranz braucht ein Wissen um Hintergründe, damit Intoleranz entstehen kann (eine innere Zurückweisung).
  • Mormen sind verinnerlicht (bspw die Marktzwänge), sie bedeuten keine Freiheit. Die verinnerlichte ökonomische Macht und ihr Zwang bewirken keine Freiheit.
  • Wir könnten eine Sozialgesetzgebung diskutieren, wie in der Tora: alle 7 Jahre ein Sabbatjahr, das 50. Jahr ein Jubeljahr, in dem die Schulden getilgt werden. Wir könnten uns auf Gleichstand bringen und die Gleichheit von Arm und Reich diskutieren!
  • Die Grundlage für Toleranz und Freiheit ist vielleicht eine Gleichheit? Die ökonomische Komponente ist die Grundlage für die Freiheiten aller.
  • Intoleranz ist eine erste Widerstandform.
  • Erinnert euch! Wie haben wir die Freiheit erlangt? Wie war das in meinem Leben?
  • Toleranz und Freiheit braucht Visionen! Wie hätte ich es gerne? Mit welcher Haltung? Was verhandle ich nicht? Wieviel Dissens brauchen wir? Wovon entledigen wir uns?
  • Toleranz braucht Überzeugungen. Das ist auch angstmachend.
  • Toleranz braucht Kontakt und Kommunikation.
  • Toleranz ohne Kontakt ist beliebig.
  • Auseinandersetzung und Dissens ermöglicht Toleranz.
  • Wenn das Feld nicht kommunikativ gesetzt ist, betrete ich das Feld nicht. Denn es ist keine Auseinandersetzung möglich.
  • Zuwendung und Kommunikation versus Ablehnung und Zurückweisung.
  • Die Grenzüberschreitung macht Freiheit erst möglich. Dazu braucht es aber eine Hausordnung. Anything goes gibt es nicht!
  • Wir brauchen einen Rahmen, dann ist Freiheit möglich.
  • Ich möchte nicht nur von Tolerierenden umgeben sein.
  • Ohne Grenzen und Konflikt herrscht Chaos.
  • Wie ist unser Umgang mit Grenzen und Commitment? Welche Normen entstehen hier?
  • Die marktgängige Freiheit lautet: beweise dich! Solche ökonomischen Hausordnungen brauchen Intoleranz.
  • Was ist die eigentliche Hausordnung? Na klar: Frauen und Männer verdienen ungleich. Ist das eine Hausordnung oder eine Hausverordnung?
  • Können wir uns Toleranz leisten?
  • Wieviel Toleranz ist leistbar?
  • Ist der Reichtum bedroht?  Welcher Reichtum?
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Über thomas kreiml

Soziologe und Gewerkschafter in der GPA-djp Bildungsabteilung | Arbeitsbereiche: Gewerkschaftliche Bildungsarbeit, Bildungspolitik, Netzpolitik (Internet/Social Media) | about.me/kreimlink
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